Dieses intensive Training führt Sie ein in die evidenzbasierte, traumafokussierte Methode der Narrativen Expositionstherapie (NET), die Menschen mit belastenden Lebenserfahrungen hilft, ihre Geschichte, ihre Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster zu verstehen.
An fünf Wochenenden lernen Sie, biografisch-narrative Arbeit mit Menschen zu gestalten. Von der ersten Begegnung mit Anamnese und Legen einer Lifeline mit Steinen für die schrecklichen und Blumen für die schönen Erlebnisse, bis zur Übergabe der mitgeschriebenen Lebensgeschichte, des Testimonials. Sie üben gute Gesprächsführung, die strukturiert, direktiv und humanistisch ist, also voller Authentizität und Mitgefühl. Und weil der große Erfolg der NET auf Erzählen, Dokumentation und dem Perspektivwechsel durch Vorlesen der eigenen Geschichte basiert, lernen Sie aufmerksame Protokolltechniken.
Das Training verbindet psychotraumatologische und neurophysiologische Theorie mit intensiver Praxis in einem geschützten Raum: Sie erleben Demonstrationen, üben im Team und der Gruppe und führen unter Supervision eigene NET-Sitzungen durch.
Für wen ist dieses Training?
– Für Menschen, die ihr Gegenüber und sich selbst besser verstehen wollen
– Für Alle, die Menschen mit schwierigen Lebenserfahrungen professionell begleiten
– Für Therapeut: innen, Berater:innen und Coaches, die eine evidenzbasierte traumatherapeutische Methode erlernen wollen
Was macht die NET (sprich: NETT) besonders?
Traumata, also seelische Verletzungen, tragen wir alle. Durch Erlebnisse und Erfahrungen, die wir im Lauf unseres Lebens gemacht haben. Oft glauben wir, sie mit uns selbst ausmachen zu müssen. Doch irgendwann kann der Druck zu groß werden und wir können daran erkranken. Dann hilft ein Mensch, der aufmerksam zuhören und unsere Geschichte bezeugen will.
Kursziele
Am Ende des Trainings können Sie:
– Eine traumafokussierte Anamnese durchführen
– Mit der Lebenslinie arbeiten und ein Genogramm erfragen
– Die Grundlagen der Psychotraumatologie erklären und vermitteln
– Narrative Expositionssitzungen durchführen und dokumentieren
– Eine NET (6-12 Sitzungen) planen und durchführen
– Dissoziative Zustände und Vermeidungsverhalten verstehen und begleiten
– Die therapeutische Haltung der NET verkörpern: offen, unerschrocken, mitfühlend, direktiv, parteilich
– Traumaspezifische Krisen (Dissoziation, Suizidalität, Übererregung) erkennen und angemessen intervenieren
Kursstruktur (an 5 „Wochenenden“)
Wochenende 1: Willkommen, theoretische Grundlagen und Evidenz, erste Sitzung
Wochenende 2: Eine Lifeline legen und das Narrativ interpretieren
Wochenende 3: Exposition I – Praxis einer Narration, Gesprächsführung und Mitschrift
Wochenende 4: Exposition II – Tiefpunkte und schwierige Momente
Wochenende 5: Abschluss-Sitzung und Integration – eigene Fälle planen
Methodik
Lernen durch Erleben: durch Live-Demonstrationen mit Freiwilligen aus der Gruppe, intensiver Kleingruppenarbeit und Tandem-Arbeit, eigene Praxisfälle unter kontinuierlicher Supervision, Reflexion in der Gruppe nach jeder Übungseinheit.
Theoretische Grundlagen: Psychotraumatologie nach NET, Stress-Modell und Verteidigungskaskade (Kampf, Flucht, Erstarrung, Erschlaffung, Shutdown), Bedrohungsnetzwerke und Kontextspeicher, Symptomatik, Fragebögen, Traumafolgen
Dozentin
Nataly Bleuel
HP Psych, Traumatherapeutin, Wissenschaftsjournalistin,
Co-Autorin „Die einfachste Psychotherapie der Welt“ (Rowohlt-Verlag)
Organisatorische Hinweise
Termine:
Sa/So 22./23.8. 2026 (jeweils 9 – 17 Uhr)
Sa 3.10.2026 Sa (9 – 17 Uhr)
Mo 5.10.2026 Mo (13 – 21 Uhr)
Sa/So 31.10./1.11.2026 (jeweils 9 – 17 Uhr)
So 22.11.2026 (9 – 17 Uhr)
Mo 23.11.2026 (13-21 Uhr)
Sa/So 12./13.12.26 (jeweils 10 – 17 Uhr)
Ort: Heilpraktikerverband Berlin-Brandenburg e.V., Mohriner Allee 88, 12347 Berlin
Gruppengröße: ca. 12 Teilnehmende
Investition: 1450.- € / 1200.- € (Mitglieder Heilpraktikerverband FDH)
Bankverbindung: Berliner Volksbank, BIC: BEVODEBB, IBAN: DE 17 1009 0000 5131 8340 06,
Arthur-Lutze-Gesellschaft e.V.
Anmeldung/Informationen: bernhard.kraemer@heilpraktikerverband-bb.de